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AMPO Ouagadougou

AMPO – Rundbrief Oktober 2014

Liebe Freunde und Paten unserer Waisenkinder in Ouagadougou, ich freue mich besonders darüber, Ihnen gerade heute schreiben zu dürfen, nämlich am Tabaskifest.

So wie Weihnachten wird auch dieses muslimische Fest im ganzen Land Burkina Faso fröhlich gemeinsam von allen Religionen gefeiert, seit nun 20 Jahren kenne ich es hier so. Noch nie sah ich einen Streit aus religiösen Gründen, im Gegenteil, man heiratet untereinander, diskutiert Bibel und Koran und teilt zu den großen Festen das Essen unter den Armen des Landes aus – wie friedlich! Und wie völlig unverständlich für Millionen von Gläubigen hier, dass Horden von bösen und kaputten Menschen im Namen dieser guten Religion die Welt zerstören wollen. Hier ist das Gegenteil der Fall.

Auch Ihnen geht es heute hoffentlich gut, Ihr Herbst beginnt nun und jeder kuschelt sich Zuhause ein – wie sehr ich das vermisse, mir einmal wieder kalte Luft um die Nase wehen zu lassen! Hier schwitzen wir nun sehr, aber nächtens immerhin weniger als letztes Jahr – warum? Weil unsere neuen Waisenhäuser endlich fertig sind, die Schlafräume der Kinder sind nun doppelt so hoch wie früher und damit kühler. Alle drei Bauabschnitte sind beendet und abgerechnet, noch einmal danke ich allen großzügigen Gebern!

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Die Gebäude erstrahlen in warmen Farben und
freuen sich auf die neuen Bewohner.
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Große Freude bei den Kindern über
die neuen freundlichen Räume.


Diesmal haben 15 neue Jungen und 14 neue Mädchen aller Altersstufen gerade ein Zuhause bei uns gefunden und sind bereits eingeschult. Sie sind begeistert und leben sich langsam ein, jeder hat bereits einen großen Bruder oder eine große Schwester gefunden. Sie staunen nur so, ein 8jähriger Junge sagte gestern, er hätte vorher nie geglaubt, dass man mehr als einmal am Tage etwas zu essen bekäme, bei uns „wäre sicherlich das Paradies“!

Auch sie werden heute gemeinsam mit den anderen ein großartiges Festessen verspeisen, denn wir bekamen drei Schafe geschenkt, die alle in die Suppe wandern! Das reicht für 120 Kinder und ihre Erzieher. Auch die Nachbarskinder sind dazu willkommen, aber erst nachdem sie sich die Hände gewaschen haben: neben jedem Hofeingang steht nun ein großer Wasserbehälter mit Desinfektionsmittel, nach der Schule und öfters täglich sollen sich alle Kinder die Hände waschen. Auch Besucher kommen ungewaschen nicht auf unseren Hof! Es gibt in Burkina Faso keine offiziell anerkannten Ebolafälle, wir sind aber auf höchster Aufmerksamkeitsstufe. Jedes Kind mit Fieber wird sofort für einige Tage isoliert und beobachtet, denn wir wollen beste Vorsorge tragen, dieses Jahr haben wir auch noch enorm viel Malaria, leider.

Ansonsten hilft nur: beten. Bitte beten Sie mit.

So langsam geht es dem Ende des Jahres zu, neue Budgets werden berechnet, Freizeitpläne gemacht, Jahresberichte begonnen. Alle Direktoren haben viel zu tun und sind bester Stimmung darüber, wir freuen uns an unseren zufriedenen und vergnügten Kindern, denn sie geben uns so viel Antrieb!

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Gott sei Dank liegt die Verteilung des Schulgeldes für externe Schüler bereits hinter uns – dies ist eine riesige Arbeit, denn alle von uns finanzierten Schüler werden digital erfaßt samt Familienstand und Zeugnissen. Nach diesen Listen gehen wir dann selbst in die verschiedenen Schulen und bezahlen das Schulgeld, das ist uns sicherer. Diesmal konnten wir 25.000 Euro an 600 Grundschüler und 360 Gymnasiasten verteilen. Auf dem Foto sehen Sie, wie die Mütter sich zur Anmeldung drängen, tageweise hatten wir so bei 300 Frauen auf dem Hof!

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Sehr beliebt: das Schulgeld von AMPO
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Es bringt Freude bei groß und klein!
Ich selbst werde mich ab der nächsten Woche dem neuen Bau auf der anderen Straßenseite widmen, denn das nun freigewordene Mädchenwaisenhaus wird jetzt für andere Zwecke gebraucht: drei Gästezimmer entstehen, endlich bekommt der Leiter der Krankenstation sein eigenes Büro, unsere Behindertenwerkstatt und die Brillenmacherei sind dorthin umgezogen, unsere Seifenherstellungsfrauen freuen sich über mehr Platz. Ein kleiner Bio-Laden für unsere Produkte aus der Landwirtschaftsschule entsteht. Hier geht es nun auch um Weiterverarbeitung, denn wir werden Tomaten und Mangos trocknen und die so vitaminhaltigen Morenga- und Baobabblätter verwerten. Eine große Zukunft für unsere Jungbiobauern!

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